Was den Stahl der Reihe 440B betrifft, so ist dieser praktisch in allen Belangen identisch mit dem Typ 440A, unterscheidet sich jedoch in einem wesentlichen Detail – das Verhältnis von Chrom und Kohlenstoff im Austenit beträgt hier 14,5 zu 0,52 Prozent (gemessen bei einer Temperatur von 1100°C). Würden wir wiederum die maximale Härte besprechen, so kann diese die (psychologisch attraktive) Grenze von 60 HRC erreichen.

Die Korrosionsbeständigkeit ist bei 440B praktisch genauso wie bei dem Stahl 12C27M, bietet jedoch eine geringere Zähigkeit, eine höhere Verschleißfestigkeit und auch eine geringere Schneidkantenstabilität. Der rostfreie Stahl 440B ist zwar aus ingenieurtechnischer und chemischer Sicht interessant, doch in der Realität geht es seinen Schwestern, den Stählen 440C und 440A, auf dem Markt besser, und wenn Sie in dieser Reihe Produkte finden, werden diese auf der Klinge die Bezeichnung „440C/440A“ tragen. Eines der wenigen Vertreter des „440B“-Clans ist zum Beispiel das Produkt „Randall #5“.
In Bezug auf den Stahl 440B müssen wir zweifellos auch den Stahl Böhler N685E erwähnen, der 440B ziemlich ähnlich ist, jedoch einen etwas höheren Gehalt an Kohlenstoff und Legierungselementen aufweist. Da er jedoch eine maximale Härte von 56 HRC bis 57 HRC erreicht, wird er als schlechter im Vergleich zu beispielsweise dem Stahl S30V angesehen.
Summarum, der Stahl 440B verfügt über einen höheren Carbidgehalt in seiner Struktur. Dadurch ist er auch etwas härter im Vergleich zu 440A, stabiler in der Schneidkante und bietet ebenso eine höhere Verschleißfestigkeit. Er ist jedoch spröder und seine Korrosionsbeständigkeit ist ebenfalls nicht hervorragend. Er kann eindeutig als etwas bessere Version des Stahls 12C27M mit geringerer Widerstandsfähigkeit und Haltbarkeit der Schneidkante bezeichnet werden.