10 Fakten, die Sie vielleicht nicht über Äxte wussten

16. ledna 2024Ratschläge und TippsPavel KreuzigerLesezeit 4 MinutenGelesen: 7672x

Die Axt (oder auch Beil) gehört zu den ältesten Werkzeugen, die die Menschheit verwendet hat und immer noch verwendet. Kleine Äxte ohne Stiel werden heute als Faustkeile bezeichnet, und die ersten Äxte mit Stielen lassen sich nachweislich auf etwa 8.000 Jahre zurückdatieren. Heutige Äxte nutzen natürlich raffiniertere Materialien als die ursprünglichen, jedoch bleibt ihr Prinzip dasselbe. Was können wir noch über sie sagen?

1. Warum sind Axtstiele (meistens) aus Holz?

Die meisten Äxte sind mit Holzstielen ausgestattet. Wissen Sie, warum das so ist? Dafür gibt es mehrere Gründe. Holz ist ein langfristig gut verfügbarer Werkstoff, der flexibel ist und sich gut bearbeiten lässt. Es kann so geformt werden, dass es zum Kopf (Schneide) der Axt passt und gut hineinpasst. Das Holz des Stiels sollte nicht weich sein, damit es auch härtere Schläge aushält und nicht bricht. Ein weiterer Vorteil von härterem Holz besteht darin, dass es den Aufprall absorbiert, was den Schlag für den Anwender letztendlich weniger anstrengend macht.

Das Holz, das relativ häufig für Axtstiele verwendet wird, ist Hickoryholz (engl. hickory), da es die beste Ausgewogenheit zwischen Festigkeit und Elastizität aufweist. Hickoryholz ist ausreichend hart, bricht jedoch nicht beim ersten Anzeichen einer Belastung.

CRKT T-Hawk Axt. Quelle: Rigad

Die meisten Äxte haben aus vielen praktischen Gründen einen Holzstiel. Es gibt jedoch auch andere Materialien, z.B. Nylon, verstärkt mit Glasfasern, manchmal mit einer gummierten Oberfläche für einen leichteren Griff. Auf dem Foto die Axt CRKT T-Hawk. Quelle: Rigad.

2. Stiele können gerade oder gebogen sein

Ein weiteres „Detail“, das die Griffe betrifft, ist die Unterteilung dieser Axtkomponenten in gebogene und gerade. Gebogene Griffe sind ergonomischer, liegen besser in der Hand (obwohl das subjektiv ist) und ermöglichen einen größeren Hackwinkelbereich. Sie sind daher besonders zum Hacken und zum Fällen von Bäumen geeignet. Im Gegensatz dazu bieten gerade Griffe einen konstanteren Schlag und größere Schlagkraft. Dadurch sind sie für Spaltäxte geeignet, da sie sicherstellen, dass man bei der Spaltarbeit weniger Kraft aufwenden muss.

Was die gekrümmten Griffe angeht, sind diese doch etwas häufiger. Sie bestehen aus dem Mittelteil (dem Bauch) des Griffs und dem unteren Teil (dem Griffbereich). Dieser kann nach hinten gekrümmt sein und ermöglicht so eine größere Rotation, beziehungsweise eine größere Rotationskraft. Dadurch erhalten Sie unter anderem einen größeren Bereich an Schnittwinkeln (Hacken).

3. Ist es möglich, eine Axt als Hammer zu verwenden?

Neben der Schneide hat der Axtkopf auch seine stumpfe Seite, und so könnte man denken, dass wir ihn in Notfällen auch als Hammer nutzen könnten. Es bietet sich ein wenig an – und zudem sparen wir bei Outdoor-Ausflügen mit einem multifunktionalen Werkzeug einiges an Platz im Rucksack und vor allem an Gewicht. Doch wenn wir versuchen, mit der stumpfen Seite etwas sehr intensiv zu schlagen, kann ein Stück des Axtkopfes absplittern, sich verbiegen oder brechen, und das Loch zur Befestigung des Stiels kann sich verformen.

Gehärteter, beziehungsweise gehärteter, ist nämlich bei den meisten Äxten nur der vordere Teil des Kopfes, also die Schneide. Einige Äxte haben jedoch auch den hinteren Teil des Kopfes gehärtet, sodass man sie auch als Hammer verwenden kann. Bevor Sie jedoch eine Axt kaufen, ist es ratsam, diesen Umstand zu überprüfen.

Frau mit Axt.

Gekrümmte Griffe sind ergonomischer und haben einen größeren Bereich an Schlagwinkeln. Im Gegensatz dazu bieten gerade Griffe einen konsistenteren Schlag und mehr Schlagkraft.

4. Einige Äxte haben Kerben

Einige Modelle von Äxten haben einen mit Kerben ausgestatteten Kopf. Diese Kerben bieten verschiedene Nutzungsmöglichkeiten. Auf der Unterseite der Klinge befinden sich normalerweise Kerben, die hauptsächlich zum Herausziehen von Nägeln aus Holz bestimmt sind. Eine kleine Kerbe kann gleichzeitig die Schneide der Axt leicht entlasten, um die Balance bei horizontalen Schwüngen zu verbessern.

Wir haben hier auch noch die sogenannte „Bart-Axt“, eine furchteinflößende Waffe der Wikinger, bei der der untere Teil der Klinge nicht vom Rest des Kopfes gestützt wird. Eine solche Waffe war unter den Feinden der Wikingerkrieger gefürchtet, und wenn Sie sie aus der Nähe betrachten, verstehen Sie sofort, warum das so war. Die Bart-Axt war leicht, hatte einen großartigen Schwung und war im Kampf äußerst effektiv. Außerdem war ihre Herstellung im Vergleich zu Schwertern relativ günstig.

5. Warum sind Äxte oft bemalt?

Einige Äxte haben einen bemalten Kopf oder zumindest einen Teil davon (außer der eigentlichen Schneide). Die Farbe ist oft auffällig und das aus mehreren Gründen. Der erste Grund ist die Sicherheit. Ein rot (oder anders auffällig) gestrichener Axtkopf ist einfach auf den ersten Blick sichtbar und es besteht eine geringere Wahrscheinlichkeit, dass man sich verletzt. Dann gibt es auch die geringere Wahrscheinlichkeit, dass man seine Axt verliert – ein Werkzeug in natürlichen Farben ist in seiner natürlichen Umgebung einfach sehr gut getarnt. Und dann gibt es noch einen weiteren praktischen Grund – ein Axtkopf mit farbiger Beschichtung hat eine etwas geringere Neigung zu korrodieren.

Manchmal ist auch der Stiel der Axt lackiert, und der Grund dafür ist in diesem Fall die verlängerte Lebensdauer. Einige Axtbesitzer bevorzugen jedoch eine natürliche Bearbeitung des Stiels, da bei häufigerer Verwendung eine farbige Behandlung eine höhere Anfälligkeit für Blasenbildung an den Händen bedeutet.

Die meisten Äxte sind mit roter Farbe bemalt. Das ist ein Farbton, der von den amerikanischen Medien stark beworben wird, und nicht nur von ihnen. Rot ist einfach eine der auffälligeren Farben, die im Falle eines Verlusts im Wald am ehesten zu sehen sind. Viele Äxte sind jedoch auch in anderen Farben gestrichen, zum Beispiel in Blau, Gelb oder sogar Gold.

Axt, rot.

Eine auffällige Farbe kann ein Schutz gegen Verlust sein. Die farbige Oberflächenbehandlung auf dem metallischen Kopf verlangsamt die Korrosion.

6. Sind die Knoten auf dem Griff in Ordnung?

Einige Äxte haben Äste in den Holzgriffen, was zwar natürlich aussieht, aber letztendlich problematisch sein kann. Äste in den Griffen können Schwachstellen sein, da man bei Stielen auf ihre Flexibilität angewiesen ist und der Ast die Holzfasern unterbricht. Infolgedessen können die Axtstiele im Bereich der Äste reißen. Die endgültige Lebensdauer des Stiels wird jedoch vor allem von der Tiefe und der Lage des Astes beeinflusst. Ein großer Ast in der Nähe der Griffmitte ist komplizierter. Hingegen stört ein kleiner Ast am Rand nicht allzu sehr.

7. Warum haben einige Äxte eine abgerundete Klinge?

Auf dem Markt finden Sie Äxte mit gebogener und gerader Schneide. Die Biegung der Axtschneide hat ihren Grund – die gesamte Schwungkraft konzentriert sich auf einen kleineren Punkt am unteren Teil des Bogens (dies ist meist etwa in der Achse der Schneide), wodurch der Schnitt effizienter wird. Darüber hinaus verlängert die Biegung die Schneidkante. Und eine längere Schneidkante kann vor- oder zurückbewegt werden, um den Schnitt zu verlängern. Der Unterschied kann entscheidend dafür sein, ob größere Holzstücke durchtrennt werden (oder nicht).

8. Warum einen Axtstiel rösten?

Dann gibt es noch eine Besonderheit, die gebrannte Axtstiele betrifft. Im Allgemeinen wird das Brennen als Element des Holzschutzes vor Schädlingen genutzt. Da die Griffe von Standardäxten jedoch meist bereits chemisch geschützt sind, ist das hier nicht der Fall. Das Brennen von Axtstielen ist also eine rein gestalterische Angelegenheit – diese Behandlung wird manchmal als „Härtung“ bezeichnet, aber bei Stielen wollen wir kein hartes Holz. Im Gegenteil, wir wollen, dass es sich um ein Material handelt, das flexibel ist.

Axt auf Holz am Campingplatz. Quelle: https://www.pexels.com/de-de/foto/holz-landschaft-urlaub-sommer-2662831/

Das Anbrennen wird standardmäßig als Element des Holzschutzes vor Schädlingen genutzt. Heute sind jedoch Axtstiele meist chemisch behandelt, daher handelt es sich eher um eine Designangelegenheit.

9. Und was ist mit den Plastikgriffen?

Bei einigen Äxten (im Fall des Sortiments von Rigad handelt es sich hauptsächlich um Äxte der Marke Gerber) ist der Griff nicht klassisch aus Holz gefertigt, sondern aus Kunststoff. Oft handelt es sich um eine Kombination aus Nylon mit Glasfasern, manchmal zusätzlich mit einer gummierten Oberfläche. Diese Kombination gewährleistet eine ausreichende Härte in Kombination mit Flexibilität, was genau die Eigenschaften sind, die wir von Stielen bzw. Äxten als Ganzes erwarten.

Darüber hinaus reißt das gehärtete Nylon bei größerer Krafteinwirkung nicht so leicht. Außerdem lassen sich die Polymergriffe gut formen, sodass sie ergonomisch sind und an den notwendigen Stellen erleichtert werden können, oder es können Stauraum für verschiedene Zubehörteile geschaffen werden, wie zum Beispiel für Feueranzünder oder Paracord.

10. Verhältnis von Griff­länge zu Gewicht

Letztendlich sollte noch eine Sache erwähnt werden, die bei der Herstellung von Äxten wichtig ist. Und das ist das Verhältnis zwischen der Länge des Griffs und dem Gewicht des Axtkopfes. Generell gilt: Je schwerer der Kopf, desto länger sollte auch der Griff sein. Das hängt natürlich auch vom verwendeten Material ab und nicht nur von der Länge, sondern auch von der Dicke des Griffs. Die direkte Proportionalität zwischen der Länge des Griffs und dem Gewicht des Kopfes gilt also nur bis zu einem gewissen Grad. Ein zu schwerer Kopf könnte einen zu langen Griff brechen.

Die Hersteller sind sich dessen natürlich bewusst und haben diese Verhältnisse meistens genau berechnet. Bei uns im Rigad finden Sie daher nur Äxte von verlässlichen Herstellern, die auch anspruchsvollere Anwendungen aushalten und nicht so leicht brechen.

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